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Warum gibt es viele Materialien für Segel?!

» Gepostet am 12 Jul 2012

Nach meinem Artikel über die Materialien die heutzutage im Angebot einer Segelmacherei sind, werde ich oft mit der Meinung konfrontiert, dass früher alle Segel aus lediglich einigen wenigen Stoffen hergestellt wurden. Aus diesem Grund gab es angeblich keine Probleme mit der richtigen Auswahl des Tuches, so wie das heute scheint.

Heute kann man sehen, dass die Technik und Entwicklung gut ausgenutzt und sinnvoll verwendet wird. Ein Beispiel dafür sind die Segel die aus laminierten Folien, die in einer Form entstehen. So werden die idealen Vorgaben durch den Segelmacher realisiert. So lässt sich das ideale Profil auf das Segel übertragen. Die Herstellung solcher Profile ist sehr aufwendig und teuer, aber sie ist ein Gebiet für Versuche deren Ergebnisse später auch dem normalen Verbraucher zu Gute kommen. Wie wir wissen sind, die in der Laminiertechnik hergestellten Segel hauptsächlich für spezielle, sehr teure Regattaboote gedacht. Solche Segel sind sehr kostenintensiv. Aber auch vor 100 Jahren hatten Baumwollsegel mit speziellem Schnitt ihren hohen Preis. So wurden zum Beispiel Segel für den Regattasegler nach dem Einsegeln wieder aufgetrennt und das, durch das Einsegeln vorgereckte Tuch, neu geschnitten und wieder zusammengesetzt.

Beim durchsehen der Bilder von den ersten Auflagen des America Cups bin ich immer sehr beeindruckt davon, wie es möglich war, aus so wenig stabilem und trotzdem sehr schwerem Tuch solche Segel, für so riesige und schwere Jachten herzustellen. Das demonstriert, das es nicht nur das reine Handwerk, sondern auch so etwas wie eine gewisse Kunst in der Segelmacherei gab. Nicht nur das Wissen, auch die Intuition des Segelmachers hat dabei eine sehr große Rolle gespielt. So ist das auch heute noch.

Frühere Materialien waren so wie sie waren. Heute gibt es Unmengen an Tüchern und Folien, man muss wissen wie und wozu man sie einsetzt. Für jeden Zweckt gibt es ein anderes Tuch.

Noch vor 100 Jahren war Spinnacker aus Baumwolle. Der Nachteil jedoch war das hohe Gewicht. Sowohl die Handhabung als auch die Herstellung waren sehr schwer.Heute ist die Herstellung eines Spinnackers für einen Segelmacher einfach und problemlos. Hier zeige ich ein Bild eines Spinnackers über den ich bereits vor einem Jahr geschrieben habe:

Bild 1: Jacht Skalar, bei der Regatta Ende der 80 er in der Danziger Bucht.

Bild 1: Jacht Skalar, bei der Regatta Ende der 80 er in der Danziger Bucht.

Der Spinacker wurde aus Folie durch Ryszard Bobrowski hergestellt und wog ein Bruchteil von dem, was heutzutage ein Spinnacker aus normalem Tuch wiegt. Das Großsegel auf dem Foto war auch aus Folie. Damals haben wir diese Folie als „polnisches Mylar“ genannt. In Wahrheit hat dieser Stoff nicht einmal im selbem Regal mit Mylar gelegen. Tatsache war nur, dass es in Polen gefertigt wurde. Dieses Material bestand aus einer Schicht lose gewebtem Polyester von ca. 80 gr/qm und aus einer Schicht Polyesterfolie von ca. 20 gr/qm. Vom Gewicht her war alles in Ordnung, aber die Qualität lies viel zu wünschen übrig. Trotzdem hielten die Segel eine Regatta-Saison unter Volllast, ohne zu reffen bis 9 Windstärken.

Warum?

Das Großsegel wurde mit viel Überlegung verstärkt d.h. nur dort wo es nötig war. Die Bahnen vor dem Achterliek haben aus drei Schichten bestanden. In der Mitte polnisches Dacron (165g/qm), außen polnisches Mylar. Der zentrale Teil des Großsegels bestand aus zwei Lagen Mylar, der vordere Teil des Segels benötigte nur noch eine Lage Mylar. Im Hinblick auf die Regattafähigkeit erreicht diese Technik seinerzeit 7-8 Punkte auf einer 10 Punkte Skala. Die fehlenden Punkte kamen durch die zu große Dehnung. Diese Stoffe haben sich zu leicht gedehnt. Sowohl das Großsegel als auch der Spinnacker waren aus Stoffen hergestellt die für Segelproduktion nicht vorgesehen waren. Fazit ist es, das sich sogar aus einfachen Stoffen gute Segel herstellen lassen. Sie halten bloß nicht so lange.

Der Erfahrene Segelmacher kennt die Eigenschaften der jeweiligen Tücher. Er kombiniert die Tücher entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen in den jeweiligen Bereichen des Segels. Er wählt einen Schnitt mit dem die gewünschten Anforderungen bestmöglich erfüllt werden. Nur so entsteht ein wirklich gutes Segel.

Alle Materialien aus denen heute Segel gemacht werden haben eine Reserve wenn es um deren Stärken und Sicherheit geht. Das heißt, wenn die Segel frühzeitig zerstört sind muss es eine Erklärung geben.

Es gibt Fehler in der Herstellung wie z.B. zu leichte Tücher, das Fehlen geeigneter Verstärkungen oder die Nutzung unsachgemäßer Beschläge für die Segel.

Oft ist es jedoch die unsachgemäße Behandlung durch ihre Benutzer.

Als Vergleich: Segel für die gelegentliche private Nutzung halten 10 Jahre und länger. Im Gegensatz dazu halten die gleichen Segel, täglich genutzt in einem Charterunternehmen längstens 4 Jahre. Danach sehen die Segel eher wie Spüllappen aus.

Eine Leichtwindgenua wird das Segeln jenseits von 3 Windstärken nicht schadlos überstehen.

Der häufigste Fehler jedoch ist es, das die Segel für einen längeren Zeitraum ohne ausreichenden Schutz gegen UV Strahlung auf der Rollfockanlage gelagert werden.

Bild 2 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Bild 2 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Bild 3 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Bild 3 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Bild 4 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Bild 4 Durch Sonne zerstörte UV-Schutzschicht

Auf den Bildern sieht man den Schaden der am Achter- und Unterliek als Folge der Sonnenstrahlung entstanden ist. Die Lieken hat man mit selbstklebendem Segeltuch gegen die Sonne geschützt. Der zerstörte Schutz und die Kleberreste sehen schlecht aus, aber die Struktur des Gewebes des Segels ist nicht geschädigt. Das ist wichtig. Heute werden zu diesem Zweck spezielle Stoffe eingesetzt, die 100%ig vor der schädlichen Sonnenstrahlung schützen.

Vor der Saison werden uns viele Vorsegel mit verschmutzten Achterlieken und Unterlieken gesendet, weil diese hässlich aussehen. Häufig kann man diese hässlichen Streifen nur noch abschneiden da sie in den Händen fast auseinander fallen. Dies ist die Wirkung der Sonne.

Wenn jemand (aus optischen oder Gewichtsgründen) keinen UV-Schutz auf der Fock mag, sollte er eine Fockpersenning aufziehen. Beide Lösungen bieten Schutz vor der Sonne. Es ist also keine Mode oder Angeberei, es ist eine klare Notwendigkeit. Früher wurden die meisten Vorsegel nach dem Segeln zusammengelegt, die Rollfockanlagen waren noch in der Minderheit. Dies mag die Ursache für das fehlende Bewusstsein einiger Segler für Gefahr der Zerstörung der Segel durch die UV-Strahlung sein.

Unter der Berücksichtigung der oben genanten Tatsachen muss man sagen, dass eine Standartbesegelung auch nur die Grundbedürfnisse bei normaler Beanspruchung erfüllen kann.

Segel werden sehr unterschiedlich genutzt. Es ist verständlich das die Ansprüche des Gelegenheits-Wochenend Seglers, des Regatta Seglers, des Vercharterers oder gar des Weltumseglers sehr unterschiedlich sind. Die Kriterien hierfür sind meist:

  • Gewicht des Segels
  • Haltbarkeit des Segels
  • UV Beständigkeit des Segels
  • Handhabung des Segels
  • Preis des Segels
  • Design des Segels

Die neuen, unterschiedlichen Stoffe und Materialien ermöglichen dem Segelmacher die Segel nach den Bedürfnissen des Kunden optimal herzustellen. Wichtige Voraussetzung ist daher, dass bei der Bestellung alle Daten und Wünsche des Kunden sorgfältig erfasst und berücksichtigt werden. Segel sind eben nicht nur weiß und dreieckig.

 

 

Andrzej Kiełsznia